Nicht mit dem Auto in das Klassenzimmer! Niedersachsens gesetzliche Unfallversicherer unterstützen die Aktion „Kleine Füße“

3. August 2017

„Die Sicherheit unserer Kinder im Straßenverkehr hat Vorrang vor allem anderen. Dabei ist es mir wichtig, dass Eltern das Auto für den Weg zur Schule stehen lassen oder ihre Kinder zumindest nicht direkt bis vor die Schultür fahren." Michaela Gubert, stellvertretende Geschäftsführerin des Gemeinde-Unfallversicherungsverbandes Hannover (GUVH) und der Landesunfallkasse Niedersachsen (LUKN) findet klare Worte, wenn es um die Sicherheit der Kleinsten im Straßenverkehr geht. Rund 75 % der Schulen leiden unter dem Elterntaxiproblem. Erhebungen zeigen, dass durchschnittlich 38 % der Kinder bei schlechtem Wetter mit dem Auto gebracht werden (an weiterführenden Schulen 22 %) „Eltern sollten angesichts der Unfallrisiken nicht zu dem Schluss kommen, dass sie die Kinder am besten selbst mit dem Auto zur Schule bringen", warnt Gubert. „Ein Eltern-Taxi wollen wir nicht."

Zunächst stellen Eltern fest, dass es gefährlich vor der Schule ist, dann entscheiden sie sich ihr Kind mit dem Auto zur Schule zu fahren. Dadurch steigere wiederum die Gefahr für die anderen und es werden noch mehr Kinder mit dem Auto gefahren. Stress und Gefahren vor der Schule nehmen zu.

„Im Auto hätten die Kinder keine Bewegung", so Gubert. Hinzu kämen häufig Stress durch Radio und Stillsitzen sowie Unfallrisiken beim Ein- und Aussteigen im Verkehr vor der Schule. Wer zur Schule läuft, kommt dagegen hellwach an und hat ganz nebenbei Orientierungssinn und Aufmerksamkeit geschult. Bei einer zu langen Wegstrecke könnten Eltern die Kinder auch an einer geeigneten Stelle 500 Meter von der Schule entfernt absetzen. Kinder, die an der frischen Luft zur Schule gehen, erleben nicht nur aktiv ihre Umwelt. Sie lernen auch, selbst Verantwortung im Straßenverkehr zu übernehmen. Schritt für Schritt gehen sie in Richtung Selbständigkeit.

Schulanfangsaktion "Kleine Füße" an der Mira Lobe Grundschule in Hannover mit der Kultusministerin Frauke Heiligenstadt

„Es hat sich auch gezeigt", sagt Michaela Gubert „dass Kinder, die den Schulweg zu Fuß zurücklegen, besser in räumlichen Zusammenhängen denken können, als wenn sie gefahren werden. In der Schule ist dies auf jeden Fall ein Vorteil."

Apropos Schule: Wenn Kinder ihre Erlebnisse auf dem gemeinsamen Schulweg mit ihren Freunden schon austauschen konnten, sind sie eher bereit für den Unterrichtsstoff. Sie lernen dadurch ruhiger und konzentrierter als Kinder, die ihre Schulfreunde erst in der Klasse treffen und sich dann erst einmal „austauschen" wollen.

An der Mira-Lobe Schule beginnt die Aktion "Kleine Füße - sicherer Schulweg" mit freundlicher Unterstützung der ÜSTRA.

Kultusministerin Frauke Heiligenstadt und Frau Michaela Gubert, stellvertretende Geschäftsführerin des GUVH und der LUKN geben Hinweise zu der Aktion "Kleine Füße"

Die Aufklärungskampagne „Kleine Füße – sicherer Schulweg" mit ihren verschiedenen Bausteinen gibt Hinweise und Tipps für ein sicheres Zurücklegen der Schulwege und ist bestens geeignet, Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer, Eltern, Kinder sowie die Verantwortlichen an den Schulen gleichermaßen für das Thema „Verkehrssicherheit" zu sensibilisieren.

Weitere Informationen finden Sie auf www.guvh.de